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04.12.2002 - 9:31
Berlin muss nicht kneifen
An prominenter Stelle informierte berlin.de, dass Berlin der Deklaration von Barcelona «Die Behinderten und ihre Stadt» beitritt. Die Meldung auf der Startseite war mit einem Foto der Sozialsenatorin Dr. Heidi Knake-Werner geschmückt. Nach ihrer Vorlage wurde der Beschluss gefasst. Die Senatorin erklärte, dass Berlin mit dem Beitritt einen Beitrag zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen leisten wolle, das im nächsten Jahr begangen wird. «Der Beitritt Berlins zur Erklärung von Barcelona ist ein konsequenter Schritt auf dem Weg Berlins zu einer behindertengerechten Stadt.» Spaß an offiziellen Presseverlautbarungen? Hier ist mehr. Berlin hat langjährig erfahrene Beamte, die den «konsequenten Schritt» vorbereitet haben und mit diesem Pfund zu wuchern wissen werden. Mit einem solchen «Beitrag zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen» geht es flott in die Offensive. Kompetente, unabhängige Berliner Kontrolle in Sachen Barrierefreiheit ist ohnehin kaum noch zu befürchten. Den in Bonn angekündigten Wettbewerb hat Berlin so gut wie gewonnen. Behindertengerechter Umbau des Olympiastadions, Holocaust-Mahnmal für alle, keine Ausgrenzung mehr von Rollstuhlfahrern am Fernsehturm, Arbeitsgruppe «Bauen für Behinderte» als Publikumsliebling in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, erster barrierefreier ökumenischer Kirchentag 2003 und überhaupt der «hohe behindertenpolitische Standard Berlins» (copyright by Dr. Jürgen Schneider) - das sind die Aktivposten. Berlin hat keinerlei Anlass, im Wettstreit barrierefreier Kommunen zu kneifen. Frantek |
Diese Seite wurde aktualisiert am Mittwoch, 16.07.2003, 22:52 |