18.06.2002 - 07:01:17
Berlin
(kobinet) Trotz seiner ungewissen Zukunft hat Movado noch eine Aktualisierung
seiner Datenbank MOBIDAT vorgenommen. Sie ist die größte und detaillierteste
ihrer Art. Im weltweiten Netz ist kaum etwas zu finden, was vergleichbar wäre.
«Andere Städte pflegen höchstens Datenbanken für Rollstuhlfahrer über die
Nutzbarkeit kultureller Einrichtungen oder Verzeichnisse geeigneter Hotels. So
exakte Maßangaben, wie wir sie erhoben haben, hat kein anderer, viele müssen
sich mit meist falschen Selbstauskünften der Betreiber begnügen. Denn die
präzise Vermessung jedes einzelnen Objektes vor Ort mit Bandmaß und Wasserwaage
ist arbeitsintensiv. Wir haben in den zehn Jahren unseres Bestehens mehr als
50.000 Objekte in Berlin überprüft», sagte Geschäftsführer Marcel K.D. Plumin.
In MOBIDAT sind die
detaillierten Maße jeder einzelnen vor Ort überprüften öffentlichen Einrichtung
in Berlin gespeichert und abrufbar. Darüber hinaus werden diese Daten zur
schnelleren Orientierung aber auch automatisch bewertet: Rollstuhlgerecht ist
die beste Note und orientiert sich an den DIN-Normen. Doch in Berlin entsprechen
nach wie vor weniger als zehn Prozent aller öffentlichen Gebäude diesem modernen
und fortschrittlichen Standard. Um dem einzelnen Rollstuhlfahrer zu ermöglichen,
alle seine persönlichen Möglichkeiten auch voll auszunutzen, hat der bundesweit
geachtete Expertenverein deshalb weitere Noten definiert: Rollstuhlgeeignet und
Bedingt rollstuhlgeeignet entsprächen den Schulnoten zwei und drei.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit wurde in einem offenen
Brief des BBV-Vorsitzenden Ilja Seifert noch einmal daran erinnert, dass die
gesamte Arbeit von Movado gefährdet ist und als Markenzeichen einer
behindertenfreundlichen Stadt unbedingt zu erhalten sei. Über den aktuellen
Stand der Dinge u.a. die Entscheidungen des Haushaltsausschusses in dieser
Angelegenheit will Movado morgen die Öffentlichkeit unterrichten. «Der Verein
ist gewissermaßen ein beträchtlicher Standortvorteil. Ein Markenzeichen der
Hauptstadt», heißt es in dem offenen Brief an Klaus Wowereit.
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