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09.08.2002 - 15:51:47

Tiere werden besser behandelt als Pflegebedürftige

Berlin (kobinet) Unter Hinweis auf die jüngsten erschreckenden Missstände in thüringischen Pflegeheimen, die sich vor allem durch lebensgefährliches Wundliegen (Dekubitus) von Heimbewohnern darstellen, hat der Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) die derzeitige Situation in den Pflegeheimen in Deutschland als einen «Skandal ohne Ende» bezeichnet.

Dabei könnte der äußerst schmerzhafte und lebensbedrohliche Dekubitus durch einfache Prophylaxe weitgehend vermieden werden. «So wie Tausende von bettlägerigen Pflegebedürftigen mangelhaft und nachlässig betreut würden, könne man nur noch von Körperverletzung sprechen», kritisierte die stellvertretende SoVD-Präsidentin Brigitte Pathe. «Wenn man in Deutschland Tiere so behandeln würde wie manche unserer pflegebedürftigen Mitbürgerinnen und Mitbürger, so würde zu Recht ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen», meinte Frau Pathe.

Die Rechte pflegebedürftiger älterer Menschen müssen im Grundgesetz mindestens genauso geschützt werden, wie dies in der Verfassung für Tiere verankert worden sei, verlangt der SoVD. Alle Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen seien aufgefordert, sich zu wehren und Vernachlässigungen und Pflegemissstände den Aufsichtsbehörden zu melden. Pflegekräfte selber sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und dagegen angehen, wenn durch unzureichende personelle Besetzung eine ausreichende Pflege nicht mehr gewährleistet sei. Würden diese Missstände nicht abgestellt, sollten sie das den Aufsichtsbehörden mitteilen, so die Verbands-Vizepräsidentin. Der SoVD werde keine Ruhe geben, bis die menschenunwürdige Behandlung von Pflegebedürftigen in Deutschland beendet sei.
hjr


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