Schutz 0811

Berlin, 11. Juni 2026: Vor der heutigen Debatte zur ersten Lesung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zu Änderungen des Allemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im Bundestag zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung einen deutlichen Rückhalt in der Bevölkerung für einen stärkeren Schutz vor Diskriminierung in Deutschland. "Anders als oft behauptet, ist die Gesellschaft nicht gespalten beim Thema Antidiskriminierung, sie hat hier eine klare Haltung: 85 Prozent der Befragten wünschen sich eine Verbesserung des rechtlichen Schutzes vor Diskriminierung", sagte die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, am 11. Juni 2026 in Berlin. 88 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass es flächendeckend Beratungsstellen für von Diskriminierung Betroffene geben sollte und 82 Prozent sprachen sich für längere Fristen aus, um gegen Benachteiligung vorzugehen. Bisher liegt diese Frist bei zwei Monaten. Auch für die Einführung eines Verbandsklagerechts, um Betroffene vor Gericht zu vertreten, sprachen sich 82 Prozent der Befragten aus.

Das geltende Antidiskriminierungsrecht im AGG bezeichnete Ferda Ataman als „zu schwach“. So seien insbesondere die Möglichkeiten der Rechtsdurchsetzung für Betroffene in Deutschland im europäischen Vergleich unterentwickelt. „Weder können in Deutschland Verbände oder Antidiskriminierungsstellen klagen, noch Betroffene vor Gericht unterstützen. Auch andere Möglichkeiten der Unterstützung fehlen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, wie Auskunftsansprüche und vorgerichtliche Entscheidungen. „Nirgendwo sind Menschen bei Diskriminierung so sehr auf sich allein gestellt, wie in Deutschland“, sagte Ferda Ataman.

Am heutigen 11. Juni 2026 beraten die Abgeordneten des Deutschen Bundestages in erster Lesung über eine AGG-Reform, das Bundeskabinett hatte dazu kürzlich einen Gesetzentwurf verabschiedet. Ataman rief die Abgeordneten hierbei zu „mehr Mut“ auf, um eine Verbesserung des Diskriminierungsschutzes zu erreichen. „Das AGG wird in diesem Sommer 20 Jahre alt. Es ist höchste Zeit für eine grundlegende Reform, die noch dazu den Rückhalt der Mehrheit der Bevölkerung findet.“

Die repräsentative Umfrage (3.500 Befragte) wurde im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vom Umfrageinstitut Forsa zwischen dem 12. Februar und dem 16. März 2026 durchgeführt (CATI-Fragebogen, kombinierte Festnetz- und Mobilfunkstichprobe). Die gesamte Umfrage wird im Jahr 2027 veröffentlicht.