Logo: Gute Nachrichten zur Inklusion Copyright: Marleen Soetandi

Daniel Bastert kennt das Leben in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

 

Und er kennt das Leben außerhalb der Werkstatt:

Seit 9 Jahren arbeitet er auf dem ersten Arbeits-Markt.

 

Heute sagt er: „Seitdem bin ich ein anderer Mensch. Ich habe für mich Berge versetzt.“

Daniel Bastert fährt Gabelstabler - Foto: Michael Kalthoff-Mahnke
Daniel Bastert

Ense: Für Daniel Bastert gibt es ein Leben in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung – und eines danach. Vor neun Jahren erhielt er die Chance, in ein Wirtschaftsunternehmen zu wechseln. Bereut hat er diesen Schritt nicht. Im Gegenteil. "Seitdem bin ich ein anderer Mensch“, wird er in einem Bericht von Michael Kalthoff-Mahnke vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben im Regierungsbezirk Arnsberg zitiert. Daniel Bastert rät daher anderen Menschen mit Behinderung, die in einer Werkstatt arbeiten, sich ebenfalls auszuprobieren. Das Beispiel von Daniel Bastert betrachtet das NETZWERK ARTIKEL 3 als eine gute Nachricht zur Inklusion und veröffentlicht im Folgenden den Bericht von Michael Kalthoff-Mahnke.

Maria Stafyllaraki
Maria Stafyllaraki

Kassel: Dass behinderte Menschen als Abgeordnete im Bundestag noch viel zu wenig präsent sind, wird immer wieder kritisiert. Aber auch in den Büros der Abgeordneten ist die Beschäftigung behinderter Menschen noch eher eine Ausnahme. Dass dies auch anders geht, konnte der Koordinator des Projektes "Gute Nachrichten zur Inklusion", Ottmar Miles-Paul, bei der Einweihung des Wahlkreisbüros des neu in den Bundestag gewählten Abgeordneten der Grünen, Boris Mijatovic, in Kassel erleben. Mit Maria Stafyllaraki arbeitet dort nun auch eine engagierte Rollstuhlnutzerin im Team, der durch die Beschäftigung neue berufliche Perspektiven und Erfahrungen geboten werden.

Sprechblase mit dem Text Einfach erklärt; S. GöbelManchmal wird aus einer schlechten Erfahrung eine gute Nachricht zur Inklusion.

So ist es Jennifer Sonntag aus Halle ergangen.

 

Sie verbrachte im Oktober mit ihrer Familie ein Wochenende im Hotel.

Aber das Hotel-Personal fordert sie immer wieder auf: Sie und ihr Blinden-Führhund Paul sollten das Hotel-Restaurant verlassen.

Inzwischen hat sich das Hotel bei ihr entschuldigt.

Jennifer Sonntag mit Führhund Paul auf Treppe sitzend
Jennifer Sonntag mit Führhund Paul

Halle: Wie aus einer schlechten Erfahrung eine gute Nachricht werden kann, das hat Jennifer Sonntag aus Halle erlebt und mit Hilfe der beim Bundesbehindertenbeauftragten angesiedelten Schlichtungsstelle und der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erreicht. Nachdem die kobinet-nachrichten am 25. Oktober 2021 bezugnehmend auf den Facebookeintrag von Jennifer Sonntag einen Bericht mit der Schlagzeile "Kein Abendessen mit Führhund im Hotelrestaurant" veröffentlicht hatten, kann Jennifer Sonntag nun vermelden: "Hotelpersonal sieht ein, Assistenzhund darf rein!"

Teile der Fotoausstellung, dazwischen ein documenta-Kunstwerk auf dem steht: Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt; S. Göbel

Kassel: Treppenstraße, Sonntag-Morgen, kurz nach 10 Uhr in Kassel:

Menschen kommen auf ihrem Weg in die Stadt eher zufällig an einer Foto-Ausstellung vorbei.

Sie bleiben stehen.

Neugierig nähern sie sich den Metall-Rahmen mit den Fotos.

Viele nehmen sich Zeit und betrachten die ausdrucks-starken Fotos in Ruhe.

Sie lesen die Texte dazu.

Sprechblase mit dem Text Einfach erklärt; S. GöbelAm 18. Oktober 2021 hat sich ein neuer Verein gegründet:

die Autismus Selbstvertretung Bayern.

 

Das war ein Traum von Anke Kidan und Silke Wanninger-Bachem.

Denn: Damit haben sich autistische Menschen in Bayern zusammen-geschlossen.

Und autistische Erwachsene vertreten sich selbst.

Anke Kidan und Silke Wanninger-Bachem Perspektivwechsel - Bottom-up headfirst  © Silke Wanninger-Bachem
Anke Kidan und Silke Wanninger-Bachem

Regensburg/Mallersdorf-Pfaffenberg: Als Anke Kidan aus Regensburg vor einigen Jahren zusammen mit Silke Wanninger-Bachem aus Mallersdorf-Pfaffenberg an einem Schulungskurs für zukünftige Führungskräfte in der Selbstbestimmt Leben Bewegung behinderter Menschen in Berlin teilgenommen hatte, war es für sie noch ein Traum, dass sich autistische Menschen in Bayern landesweit zusammenschließen. Mittlerweile wirken Anke Kidan und Silke Wanninger-Bachem im Vorstand des am 18. Oktober 2021 gegründeten Vereins Autismus Selbstvertretung Bayern mit. Die Verwirklichung dieses Traums betrachtet das NETZWERK ARTIKEL 3 als eine gute Nachricht zur Inklusion.

Bild von der Aktion für kontrastreiche Poller am 7. Juni 2021 in KasselKassel: "Mühlen mahlen in der Politik meist sehr langsam", heißt es oft. Das dies nicht immer so sein muss, zeigt ein aktuelles Beispiel in Kassel. Am 7. Juni 2021 hatten Selbstvertretungsorganisationen wie der Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) und der Verein Selbstbestimmt leben in Nordhessen (SliN) mit einer Aktion zum Sehbehindertentag auf die schlechte Sichtbarkeit und die Gefahren vieler meist grauer Poller für sehbehinderte Menschen aufmerksam gemacht, indem sie den Pollern gestrickte rot-weiße Pudelmützen aufsetzten. Am 8. November - also gerade einmal fünf Monate später - hat die Kasseler Stadtverordnetenversammlung einen Antrag verabschiedet, um diesem Zustand zukünftig Abhilfe zu verschaffen. Für das NETZWERK ARTIKEL 3 ist dies eine gute Nachricht zur Inklusion.

Dennis Sonne und Henrik Mertsns beim Training
Dennis Sonne und Henrik Mertens

Lüdinghausen: Dennis Sonne aus Lüdinghausen hat vor kurzem auf seiner Facebookseite geschrieben: "Leute ich bin richtig stolz! In Lüdinghausen konnten mein Kumpel Henrik Mertens und ich richtig was bewegen. Wir haben vor ein paar Monaten an der Realisierung eines "inklusiven Calisthenics-Park" mitgewirkt. Henrik hat als erfahrener Sportler und Physiotherapeut die medizinischen Aspekte in die Planung einbezogen. Ich habe als erfahrener Inklusionsaktivist auf die inklusiven Elemente geachtet. Nach vielen Beratungsterminen mit der Stadt Lüdinghausen und dem Architekten haben wir einen tollen Plan entworfen, wie der Fitnesspark aussehen wird. Und nun ist er endlich fertig!" Dieser guten Nachrichten zur Inklusion ist Ottmar Miles-Paul nachgegangen und hat folgendes Interview mit Dennis Sonne geführt:

Einweihung des E-Taxi-Stands Foto: Berndt RytlewskiHamburg: Dass Klimaschutz und Barrierefreiheit gut miteinander verbunden werden können, das macht ein gutes Beispiel aus Hamburg deutlich. Die Hamburger Verkehrsbehörde hat am 4. November gemeinsam mit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und Stromnetz Hamburg den ersten Stand für E-Taxis eröffnet. Der Stand ist mit einer Doppel-Schnell-Ladestation exklusiv für Taxen ausgestattet und dient als Ergänzung und Unterstützung des Projekts "Zukunftstaxi“. In dem Projekt fördert die Stadt Hamburg gemeinsam mit über 30 privaten und öffentlichen Partnern die Umstellung von Hamburgs Taxi-Flotte auf elektrische Antriebe. Passend zum ersten rein elektrischen Taxi-Stand haben auch die ersten beiden weitgehend barrierefreien und so genannten "London-Taxis“ in Hamburg ihren Betrieb aufgenommen.

Sprechblase mit dem Text Einfach erklärt; Susanne GöbelSeit den 1990er-Jahren fordern behinderte Menschen:

Es müssen mehr behinderte Menschen in die Politik gewählt werden.

 

Das hat Stephanie Aeffner jetzt geschafft:

Sie ist seit Oktober neu im Deutschen Bundestag in Berlin.

Sie ist die erste Frau im Deutschen Bundestag, die einen Rollstuhl benutzt.

Stephanie Aeffner am Mikrofon
Stephanie Aeffner

Berlin: Bereits in den 90er Jahren des letzten Jahrtausends haben behinderte Menschen die Forderung "Behinderte Menschen in die Parlamente" erhoben. Daher ist es eine gute Nachricht zur Inklusion, dass es Stephanie Aeffner nun geschafft hat, als erste Frau, die einen Rollstuhl nutzt, Mitglied des Deutschen Bundestages zu werden. Dabei geht es für die bis zu ihrer Wahl als Landesbehindertenbeauftragte von Baden-Württemberg tätige Badenerin als neu gewählte Abgeordnete gleich richtig los. Für die Grünen mischt sie in der Verhandlungs-Arbeitsgruppe 9, wo es um die Themen Sozialstaat, Grundsicherung und Rente bei den Koalitionsverhandlungen geht, mit. In dieser Arbeitsgruppe werden wohl auch die meisten behindertenpolitischen Maßnahmen der neuen Regierung beraten und die entsprechenden Weichen für die Legislaturperiode in diesem Bereich gestellt.

Sprachblase mit dem Text Einfach erklärt; Susanne Göbel

Am 3. November war die erste Online-Veranstaltung von dem Projekt Gute Nachrichten zur Inklusion.

 

Und die Teilnehmenden haben genau darüber gesprochen:

Das sind für sie gute Nachrichten zur Inklusion!

 

Sie haben auch überlegt:

Welche Ideen haben sie für andere gute Nachrichten zur Inklusion?

Logo des IGEL-PodcastBad Segeberg: Eine gute Nachricht zur Inklusion hat das NETZWERK ARTIKEL 3 in eigener Sache zu vermelden. Das Experiment der Verbindung einer Online-Veranstaltung mit der Produktion eines Podcast ist nicht nur gelungen, sondern hat richtig Spaß gemacht. "Was sind gute Nachrichten zur Inklusion?" So lautete der Titel einer Online-Veranstaltung, die das NETZWERK ARTIKEL 3 im Rahmen des neuen Projektes "Gute Nachrichten zur Inklusion" am 3. November 2021 zusammen mit dem Macher des Podcast "Inklusion Ganz Einfach Leben" (IGEL), Sascha Lang, durchgeführt hat. Dabei kamen nicht nur viele Ideen für gute Nachrichten zur Inklusion zur Sprache, sondern die Veranstaltung steht nun auch als Podcast für all diejenigen, die nicht dabei sein konnten, zur Verfügung.

Sprechblase mit dem Text Einfach erklärt; Susanne GöbelMaria Lampe ist 22 Jahre alt.

Sie studiert an der Freien Universität in Berlin.

Außerdem arbeitet sie bei dem Berliner Verein Sozialhelden mit.

 

Maria Lampe interessiert sich sehr für die Sozialen Medien.

Soziale Medien sind besondere Internet-Seiten.
Durch Soziale Medien tauschen sich viele Menschen aus.

Marie Lampe - Foto: mdr
Marie Lampe

Berlin: Marie Lampe studiert deutsche Philologie mit dem Nebenfach Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der freien Universität Berlin und engagiert sich beim Berliner Verein Sozialhelden im Social Media Bereich. Am 17. Oktober 2021 wurde der knapp halbstündige Film "Außer sehen kann ich alles" im mdr-Magazin Selbstbestimmt über den bisherigen Lebensweg der 22jährigen blinden Studentin ausgestrahlt, der nach Ansicht des Projektes "Gute Nachrichten zur Inklusion" in vielerlei Hinsicht gute Nachrichten zur Inklusion enthält. Ottmar Miles-Paul führte nun mit Marie Lampe ein Interview über ihre Erfahrungen und Ziele, indem sie u.a. betont, dass sie froh ist, in ihrer Nachbarschaft so aufgewachsen zu sein.

Sprechblase mit dem Text Einfach erklärt; Susanne GöbelDurch Straßennamen-Schilder weiß man in einer Stadt wo ist man.

Aber: Die meisten Schilder hängen viel zu weit oben.

Deshalb können viele sehbehinderten Menschen die Straßennamen nicht lesen.

 

Die gute Nachricht zur Inklusion kommt aus der Stadt Bad Segeberg:

Dort soll es in der Innenstadt bald Straßennamen-Schilder zum Tasten geben.

Tastbares StraßenschildBad Segeberg: Während Straßenschilder für gut sehende Menschen ganz selbstverständlich zum Stadtbild gehören und die Orientierung erheblich erleichtern, ist für sehbehinderte Menschen die Nichtlesbarkeit der Straßenschilder oft eine große Herausforderung, sich in der Stadt zurechtzufinden. Denn in der Regel werden Straßennamenschilder in einer Höhe von etwa 2,50 Metern montiert. Auf diese Entfernung können sehbehinderte Menschen die Buchstaben oft nicht entziffern. Die Stadt Bad Segeberg plant jetzt auf Initiative des Beirats für Menschen mit Behinderungen <https://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Behinderte-in-Segeberg-bekommen-diverse-Ansprechpartner> tastbare Straßennamensschilder in einer Höhe von etwa 1,30 Metern an die vorhandenen Masten mit den Straßennamen anbringen zu lassen. Auf diese gute Nachricht zur Inklusion hat Sascha Lang, der Macher des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), aufmerksam gemacht.

Sprechblase mit dem Text Einfach erklärt; Susanne GöbelWiesbaden ist die Landes-Hauptstadt von Hessen.
Von dort kommt diese gute Nachricht zur Inklusion.

 

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat eine besondere Urkunde bekommen.


Denn: Das Ministerium ist ein fahrrad-freundlicher Arbeit-Geber.