Detroit (kobinet) Angeblich "klein" anmutende Aktionen können manchmal einen großen Unterschied machen. Diese Erfahrung machte auch Rosa Lee Parks, die gestern im Alter von 92 Jahren in Detroit gestorben ist. Rosa Lee Parks hatte am 1. Dezember 1955 durch ihre Weigerung, ihren Platz im Bus für einen weißen Mann zu räumen, zu einer riesigen Welle des Protestes der US amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen beigetragen und wurde damit zu einer weltbekannten Pionierin der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen.
Einem Bericht der tagesschau zufolge gilt der Protest von Rosa Lee Parks als Beginn der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Parks wurde damals von der Polizei festgenommen, woraufhin der Vorfall eine Boykottkampagne gegen die Busgesellschaft auslöste. An der Spitze dieses Proteste stand dem Bericht zufolge der junge schwarze Pastor Martin Luther King. Im folgenden Jahr erklärte der Oberste Gerichtshof der USA die Rassentrennung in Alabama für illegal. Rosa Lee Parks wurde 1996 mit der Freiheitsmedaille, der höchsten zivilen Auszeichnung der USA, geehrt und 1999 vom "Time"-Magazin zu den 100 bedeutendsten Menschen des 20. Jahrhunderts gewählt. Parks‘ Gesundheitszustand hatte sich dem tagesschau-Bericht zufolge schon in den vergangenen Jahren stark verschlechtert, so dass sie sich fast völlig von der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte.
Der Protest von Rosa Lee Parks und der US amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen gab letztendlich auch für die Behindertenbewegung viele wichtige Impulse. Viele behinderte Menschen in den USA und später auch in anderen Ländern der Welt orientierten sich an dieser Bewegung mit ihren Forderungen und Protesten. "Für uns war es völlig klar, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe gleichberechtigt im Bus fahren sollen. Da fragten wir uns natürlich auch irgendwann: Was ist mit uns RollstuhlfahrerInnen, die wir erst gar nicht in den Bus reinkommen. Das war ein wichtiger Schlüssel für uns, auch unsere Rechte einzufordern und auf die Straße zu gehen", so beschreibt Judith Heumann von der US amerikanischen Independent Living Bewegung den Bewußtseinsbildungsprozess der Behindertenbewegung der USA in den 60er und 70er Jahren. omp
Quelle: www.kobinet-nachrichten.org am 25.10.2005
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